Farhad Tahir
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Jahre 18 bis 23/28 – meine 5 dunkelsten Jahre...

Diesen Abschnitt meines Lebens zu schreiben ist außerordentlich mühsam. Deswegen habe ich auch solange gebraucht. Zuvor erwähntes Ereignis im Jahr 17 meines Lebens katapultierte mich in eine Industrie, in der ich nie die Absicht hatte zu landen. Einzig durch meine Sturköpfigkeit geriet ich in den Rausch der Musikindustrie. Damals gab es noch keine Videoproduktionen wie heute in der Branche. Es gab Shaho Casado, Street Cinema, mich (später the kind of art). Wenig Angebot und viel Nachfrage. Ehe ich mich versah bin ich tief reingerutscht und war mit namhaften Rappern unterwegs auf Touren, quer durch Deutschland auf Musikvideoproduktionen und mit manchen privat befreundet. "Hä, voll cool eig." – das dachte ich auch damals. Jeder aus Mainz in meiner Altersgruppe kannte mich. Ich brachte zwei französische Musik-Riesen in mein Viertel. Doch gegen Ende meines 23. Lebensjahres habe ich etwas gemerkt. Warum lache ich nicht mehr so wie früher? Warum bin ich seit Jahren so fern von meiner Familie? Warum bin ich die ganze Zeit so NEGATIV? Der Grund war mir selbstverständlich sofort klar. Musikindustrie. Jeder in dieser Industrie leidet unter irgendeiner exzessiven Sucht. Jedes Gespräch handelt nur davon: Drogen. Sexualisierung von Frauen. Geld. Egal ob Manager, Musiker (verwende bewusst nicht den Titel "Künstler", weil Kunst=Ausdruck und vor allem deutsche Musik=Diebstahl), Producer, Videografen. Alles Möchtegerns, die denken, sie wären die Einzigen das Leben verstanden zu haben und über allen anderen. Respektlosigkeiten und Unhöflichkeiten auf höchstem Niveau. Eine Vergiftung für die Gesellschaft. Darunter litt ich. Gott sei Dank konnte ich mich von dem Konsum und all diesen vorher angesprochenen Themen fernhalten. Aber diese negative Energie übernahm mich und mein Gemüt. Ich kam im Leben nicht mehr voran. Ich hatte 5 Jahre meines Lebens dahingeschmissen und verschwendet. Mittlerweile höre ich selbst kaum noch Musik und vor allem wenn deutsche läuft, kommt ein Trauma hoch. Ich musste ausbrechen... Mehr möchte ich auch an dieser Stelle nicht mehr schreiben, weil ich denke, klar ist, wie sehr ich diese Musikindustrie verabscheue. (Werde bald in einem Podcast ausführlich darüber sprechen, falls da jemanden mehr interessiert...) Mit 23 war klar: Ich muss wieder werden wer ich bin und meinen eigentlichen Traum jagen. Spaß haben am Leben und wieder Lächeln... Und genau das habe ich auch getan...